© 2017 Ciril Grossklaus

ÜBER MICH

Aufgewachsen im ländlichen Mettauertal (Ortsteil Hottwil), besuchte ich als
7-Jähriger den Anfängerkurs im Judo in Brugg. Ziemlich genau 18 Jahre später stand ich in Rio de Janeiro auf olympischen Matten.

Hier die wichtigsten Meilensteine auf meinem Weg
vom Dreikäsehoch zum Olympioniken:
 

1998    Beginn mit Judo beim JJJC Brugg

1999    Begeisterung für Wettkämpfe

2004    Bekenntnis zum Leistungssport

2006    Erster Schweizermeistertitel

2007    Aufnahme im Nationalkader

2011    Erste Europacup-Medaille

2012    Kündigung / Start Profisport

2013    Erste Weltcup-Medaille

2013    Erste Grandprix-Medaille

2014    Erste Grandslam-Medaille

2016    Erste Olympischen Spiele

In vielerlei Hinsicht hatte ich grosses Glück. Erstens habe ich Eltern, die insbesondere während den ersten zehn Jahren mich herumchauffierten und für sämtliche Turniere und Trainingslager aufgekommen sind und mir immer moralischen Rückhalt geben.

 

Zweitens wählten wir mit dem JJJC Brugg eher zufällig einen wettkampforientierten Verein aus, der mit Daniel Kistler (Olympia-Siebter 1992) über einen grossartigen Motivator und Förderer verfügte sowie eine inspirierende Kampfmannschaft vorwies.

 

Drittens konnte ich als Pilotprojekt beim Kanton Aargau im Departement Bildung, Kultur und Sport eine Kaufmännische Ausbildung im Spezialmodell für Leistungssportler (4 anstatt 3 Lehrjahre) absolvieren und so in dieser wichtigen Entwicklungsphase angemessen trainieren.

 

Viertens wurden ab 2009 die Strukturen im Schweiz. Judoverband kontinuierlich verbessert. Grosses Plus war der Umzug des Nationalen Leistungszentrum vom dezentral gelegenen Magglingen nach Brugg sowie das Engagement des neuen Nationaltrainers Giorgio Vismara.

ERFOLG HAT IM JUDO ABER TROTZDEM WENIG MIT GLÜCK ZU TUN!

Das Zauberwort heisst Fleiss! Das wichtigste ist die Bereitschaft, unaufhörlich an sich selbst zu arbeiten und sich zu hinterfragen. Stolz sein auf erbrachte Leistungen? Ja. Komplett zufrieden sein? Niemals. Talent alleine bringt nichts! Das ist Fakt. Mit dieser Einstellung kann es jeder Judoka weit bringen.

Ich selbst habe den Grundstein für meine Karriere in einem Kellerloch eines Gartencenters gelegt. Jahrelang hat unsere Trainingsgruppe die Mehrheit der wöchentlichen Trainings selbständig, ohne Betreuung, absolviert. Bis 2010 hatten wir ausschliesslich ehrenamtliche Coaches.

Um international konkurrenzfähig zu werden, sind wir als Teenager ohne Trainer nach Japan, Deutschland, Aserbaidschan, Frankreich und andere Länder gereist. Gewiss etwas abenteuerlich und gelegentlich etwas riskant, aber wir haben viel gelernt - auf und neben den Matten.

Trotz der damals nicht gerade optimalen Umstände: Aus der ursprünglich rund zehnköpfigen Nachwuchsgruppe hat es die Hälfte zu einer Teilnahme an der Europa- und Weltmeisterschaft bei der Elite gebracht! Und mir, dem jüngsten im Bunde, war sogar die Olympiateilnahme vergönnt.

EIN UNMÖGLICH EXISTIERT IM JUDO NICHT!

Zugegeben, Judo ist enorm anspruchsvoll. Die Bewegungsabläufe der verschiedenen Würfe müssen zuerst jahrelang trainiert werden, bis sie sitzen. Und wenn man die Techniken noch so gut beherrscht, im Wettkampf musst du einen Athleten versuchen zu werfen, der seinerseits dich werfen will. Viel Glück! ;-)

Dazu kommen Festhalter, Würge- und Armhebeltechniken im Bodenkampf sowie Strafen und die individuelle Wahrnehmung des Kampfrichters, der das komplexe Regelwerk auf ein dynamisches nur vierminütiges Duell anwenden muss. Es läuft selbstredend nicht immer zu deinen Gunsten.

Abgesehen davon, herrscht inzwischen weltweit ein massiv hohes Niveau im Judo und es gibt eigentlich keine «einfachen Gegner» mehr. Dennoch ist und bleibt es ein Zweikampf. Jeder ist nur ein Mensch, auch die Favoriten machen mal Fehler und genauso viele Wege führen zum Sieg wie zur Niederlage.

 

Im Gegensatz z.B. zur Leichtathletik, wo jeder seine Zeit/Distanz aber auch die des Gegners weiss und daher sein Schlussresultat ungefähr abschätzen kann, grenzen Prognosen im Judo eher an Hellseherei. Die Chancen stehen vor jedem Kampf +/- bei 50 zu 50 Prozent. Abgerechnet wird erst, wenn es vorbei ist.

Du fragst dich jetzt vielleicht, ob dir jemand diese spannende aber komplizierte Sportart kurz und bündig zusammenfasst... schau dir einfach dieses Erklärungsvideo an (nur auf Englisch):

(Quelle: www.ijf.org)